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Freunde des Klosters Haina e.V.: Die Malerfamilie Tischbein - Geschichte eines Aufstiegs

30. 10. 2023

Die Kunsthistorikerin Caroline von der Osten-Sacken gibt erstmals einen biographischen Überblick über die gesamte Sippe – Wie kam es, dass aus der Familie eines Bäckers und seiner Frau so viele namhafte Künstler und Künstlerinnen hervorgingen? – Antworten in einem neuen Buch der Freunde des Klosters Haina e. V.   

 

Es war einmal ein Bäcker mit seiner Frau, die hatten zwei Töchter und sieben Söhne. Fünf von ihnen zogen in die Welt hinaus und wurden Maler. Alle neun Geschwister hatten wiederum Söhne und Töchter, auch von ihnen wandten sich etliche der Kunst zu. Es klingt wie ein Märchen, aber es ist eine wahre Geschichte: Aus der Familie des Kloster-Bäckers Johann Heinrich Tischbein und seiner Frau Susanna Margaretha sind in drei Generationen mehr als zwei Dutzend namhafte Maler und Malerinnen hervorgegangen. Vom nordhessischen Haina aus verbreiteten sie sich in halb Europa und waren an mehr als 30 verschiedenen Orten tätig. Gleich mehrfach ist der Name Tischbein in die deutsche Kunstgeschichte eingeschrieben.

In einem neuen Buch gibt nun die Kasseler Kunsthistorikerin Caroline von der Osten-Sacken erstmals einen detaillierten biographischen Überblick über das Leben und Schaffen dieser Dynastie, die eine ähnliche Häufung von Talenten aufweist wie die thüringische Musikerfamilie Bach. Die Autorin kuratiert seit Jahren eine jährlich wechselnde Ausstellung zum Schaffen der Tischbeins im Kloster Haina. Ihr Werk, herausgegeben vom Verein der Freunde des Klosters Haina, erfasst im Ganzen nicht weniger als 42 Künstlerinnen und Künstler. Es wird am 12. November in Bad Arolsen vorgestellt.

„Das Schaffen der zahlreichen Familienmitglieder gibt einen guten Überblick über die unterschiedlichen Berufszweige der Kunst und steht damit exemplarisch für die Aufgaben von Künstlern und Künstlerinnen im 18. und 19. Jahrhundert“, schreibt die Autorin. Am höchsten angesehen und am besten bezahlt waren damals die Historienmaler, die Szenen aus der Geschichte sowie antike und christliche Mythen illustrierten. Zu ihnen gehörten der Kasseler Hofmaler Johann Heinrich Tischbein d. Ä. (1722-1789) und sein Neffe Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829), der durch sein Porträt von Johann Wolfgang Goethe in der Campagna bei Rom berühmt wurde. Als Porträtist reüssierte auch europaweit dessen Cousin Johann Friedrich August Tischbein (1750-1812), auf Landschaften spezialisierte sich Ludwig Philipp Strack (1761-1836), ebenfalls ein Vetter. Andere Angehörige der Sippe, unter ihnen auch ein halbes Dutzend Frauen, malten Tiere, Blumen oder ländliche Idyllen, einige waren auch Kupferstecher, Porzellanmaler oder Architekten. Zu den Schöpfungen der Großfamilie zählen deshalb auch Veduten (Ansichten) etwa von der Porta Westfalica und der Stadt Triest sowie Porzellan-Dekore, eine wissenschaftliche Mondkarte und die Berliner Siegessäule.

 

Es war eine Mischung aus Zufall, Ehrgeiz, Glück, Talent und Fleiß, die den einzelnen Künstlern ihren Aufstieg ermöglichte. „Vor allem aber führte die gegenseitige Unterstützung zum Erfolg“, resümiert Caroline von der Osten-Sacken. Im Buch schildert sie, wie Väter, Onkel, Brüder und Cousins einander empfahlen oder Stipendien verschafften. So konnten etliche von ihnen ihre Ausbildung in Amsterdam, Den Haag und Paris oder Venedig, Rom und Neapel  vervollkommnen und dort arbeiten. Tischbein-Gemälde finden sich deshalb heute in bekannten Museen nicht nur in Frankfurt, Weimar, Leipzig, Oldenburg oder Eutin, sondern auch in Amsterdam, Neapel und St. Petersburg. Auch in ihrer nordhessischen Heimat sind die Tischbeins gut vertreten, namentlich in Kassel, Bad Arolsen und Schloss Fasanerie bei Fulda. 

In ihrem Buch mit dem Titel „Die Malerfamilie Tischbein – Geschichte eines Aufstiegs“ zeichnet Caroline von der Osten-Sacken erstmals die Lebensläufe und das Schaffen von insgesamt 42 Angehörigen der Sippe detailliert nach. Das 144 Seiten umfassende Werk ist üppig mit Abbildungen von Gemälden ausgestattet. In übersichtlicher und anschaulicher Form werden außerdem bestimmte Fachbegriffe erläutert, Anekdoten erzählt oder Original-Texte sowie der historische Hintergrund präsentiert. Das Buch erscheint Ende Oktober im Michael-Imhof-Verlag in Petersberg bei Fulda und kann in allen Buchhandlungen erworben werden.

 

Der Verein der Freunde des Klosters Haina präsentiert das Werk am Sonntag, dem 5. November, um 16:00 Uhr bei einer öffentlichen Veranstaltung in der Winterkirche des Klosters Haina. Der Eintritt ist frei. 

 

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.klosterhaina.de/ 

 

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